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Ex und Hopp von Fräulein Jacky D.

Es ist doch so einfach. Der Ex ist wech, und Hopp! findet sich im weltweiten Datennetz was Neues zur Intensivierung zwischenmenschlicher Interaktion im Bereich der Erwachsenenunterhaltung, Spezialgebiet: Anbahnung von Körperkontakten. Ganz einfach ... oder?

Fräulein Jacky D
Rezension von Stefanie Ulm

Ex und Hopp!
Jacky D, Fräulein
Paperback; 208 Seiten
Preis: € 6,99 -> BOD-Shop
ISBN 978-3-7386-1969-0
Verlag: Books on Demand
Cover: WortBild Ltd.&Co.KG

Klappentext:
"Nach wenigen Sekunden kommt ein Ping und die Benachrichtigung, dass 6 Männer mich gerne kennenlernen würden. Ich glaube, ich bin in diesem Moment 6 Zentimeter gewachsen. Wie leicht ist das denn bitte? Ich muss jetzt nur noch den Perfektesten raus suchen und fertig. Chatbenachrichtung. Ich öffne das Fenster voller Vorfreude. Ich schließe das Fenster und lösche das soeben erhaltene Penisfoto."
Nach einer zerbrochenen Beziehung versucht Fräulein Jacky D. sich am Internetdating. Mit der Ausdauer eines schlechten Marathonläufers und der Naivität eines flauschigen Babyhäschens durchschreitet sie mit ihrer Machete die Abgründe der Datingportale. Doch lauert der neue Mr Right wirklich zwischen impotenten Supermännern und stalkenden Familienvätern, oder sollte sie lieber auf den Soldaten/Typen hören, der sie gleich zu Beginn warnt: "Die Kerle bescheissen dich eh alle!

"Durchgeknallt, liebenswert und urkomisch." (Mara Winter)

Beurteilung:
´Jo, nu iss er wech.`... vom ersten Satz an lässt die Autorin den Leser an ihrem inneren Monolog teilhaben und ermöglicht auf diese Weise einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt der Protagonistin. Fräulein Jacky D., Anfang 30, entdeckt nach 15 Jahren Beziehung das Arschlochpotential ihres Ex-Freundes, der sich mit samt den Ex-gemeinsamen Möbeln aus der Ex- gemeinsamen Wohnung entfernt hat, um sich mit der Ex-gemeinsamen Pinzette auf den Weg in ein schöneres Leben zu machen. Wortgewandt, humorvoll und mit einer gehörigen Portion Selbstironie erzählt die Autorin von der Erfahrung, verlassen zu werden und von der Erkenntnis, das ein Leben ´ohne Beziehung` möglich ist, bevor sie dazu übergeht, den geneigten Leser an den darauf folgenden Erlebnissen teilhaben zu lassen, welche ihr durch das frequentieren diverser Datingapps zuteil wurden.

Getreu dem Kredo „Wenn ich normal bin und im Netz suche, muss es auch das männliche Äquivalent geben“ wildert die Hauptakteurin auf der Suche nach der großen Liebe durch einschlägige Portale, castet einige zumeist kuriose Exemplare der männlichen Spezies, von denen die wenigsten das Verliebtsein-Feature zu aktivieren vermögen, die meisten hingegen eher die Notwendigkeit der Anschaffung eines Betäubungsgewehres aufzeigen. Zwischen Apfeltaschen und Baconpizza durchlebt Fräulein Jacky D. die ganze Palette der bekannten Nebenwirkungen wie z.B. Übelkeit, Schweißausbrüche, Wutanfälle, nasse Augen, Kribbeln in den Extremitäten und vor allem die Wechselwirkung mit anderen Dingen. Feststellend, dass ihr das Entsetzen inzwischen abhanden gekommen ist, fährt Sie in ihrem Sportwagen der Verdammnis letzten Endes hoffentlich einer erfolgreichen und glücklichen Zukunft entgegen…

Fazit:
Hinter einem sehr ansprechend gestaltetem Cover verbirgt sich das Werk einer jungen und talentierten Autorin, die ihre Leser mit Esprit und Charme um den Finger wickelt. Dass ich während der Lektüre der ersten Seiten um ein Haar an meinem Heimatbahnhof vorbei gefahren wäre, spricht ebenso für dieses Buch wie die Tatsache das manch unkontrolliertes Gekicher mir die ungeteilte Aufmerksamkeit meiner Mitmenschen bescherte. Auch dass ich es bis zur letzten Zeile gelesen habe, zeugt von einem nicht zu verachtenden Unterhaltungswert.

Ein paar Schwierigkeiten hatte ich jedoch bei der Zuordnung bestimmter Fachausdrücke. Nachdem mir inzwischen der Tipp gegeben wurde das es sich bei ´MILF´ in diesem Kontext nicht um eine islamistische Bewegung auf den südlichen Philippinen handelt, habe ich auch den Begriff ´Cougar´ inzwischen definieren können und bin nun wieder ein wenig schlauer. Allerdings vermag ich den letzten Satz des Buches bis heute nicht zu verstehen… vielleicht will ich das aber auch gar nicht und übersetze ihn mir persönlich stattdessen einfach mit einem Zitat von Immanuel Kolb: “Sei freundlich gegen jedermann, vertraulich gegen Wenige.

Abschließend bleibt mir nur noch, Fräulein Jacky D. ein freudiges: majQa ! zuzurufen und ihr Buch all jenen zu empfehlen die ernsthaft glauben, auf diversen Datingportalen die Nadel im Heuhaufen finden zu können. Des weiteren empfehle ich das Buch allen ´Trennungsopfern` die der Meinung sind, es gäbe nichts Schlimmeres, als allein zu sein, zu guter Letzt sei dieses Buch auch Murat und all jenen Pappnasen, Penisfotopostern und anderen Selbstdarstellern ans Herz gelegt, welche dieses Erstlingswerk erst ermöglichten - vor allem aus Gründen der dringend erforderlichen Selbstreflektion.

Die Autorin - Fräulerin Jacky D.
Website: http://fraeuleinjackyd.de/
Facebook: https://www.facebook.com/FrlJackyDaniels



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